Das Wohngeld ist eine Zuschussleistung des Staates, auf die man unter bestimmten Umständen einen Rechtsanspruch hat. Es wurde vor über 40 Jahren ins Leben gerufen und hat sich als Unterstützung für einkommensschwache Personen und Familien bewährt, die die Aufwendungen für den von ihnen bewohnten Wohnraum nur unter sehr großen Schwierigkeiten aufbringen können. Das Wohngeld wird entweder als Mietzuschuss für Mieter von Wohnungen oder Zimmern oder als Lastenzuschuss für Eigentümer von Häusern oder Wohnungen gezahlt.

Antrag auf Wohngeld

Wohngeld bekommt man nur, wenn man einen entsprechenden Antrag bei der Wohngeldstelle des Landkreises Leer oder Gemeinde Bunde stellt. Dieser Antrag sollte immer vom Haushaltsvorstand gestellt werden und es ist ratsam, darauf zu achten, dies möglichst frühzeitig zu tun, denn Wohngeld wird frühestens ab Anfangs des Monats gewährt, in dem der Antrag erfolgt ist. Die Bewilligung läuft jeweils für 12 Monate und muss dann durch einen neuen Antrag verlängert werden, den man optimalerweise bereits 2-3 Monate vor Ablauf der Frist des Alten stellen sollte.

 

Wer bekommt Wohngeld?

Für die Ermittlung des Anspruchs auf Wohngeld benötigt man drei wichtige Daten. Als Erstes sind die im Haushalt lebenden Personen zu ermitteln, dann das verfügbare Gesamteinkommen und die Höhe der zuschussfähigen Miete.
Die im Haushalt lebenden Personen sind in der Regel Familienmitglieder oder Lebenspartner. Für diese gilt, dass sie mit dem Haushaltsvorstand in einer Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft leben müssen und darüber hinaus nicht vom Wohngeld ausgeschlossen sein dürfen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie bestimmte Transferleistungen vom Staat beziehen. Mitglieder der Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft, die vorübergehend nicht in der Wohnung leben, werden trotzdem als Personen im Haushalt geführt. Beispiele sind hier Wehr- und Zivildienstleistende, die voraussichtlich nach Ablauf der Dienstzeit wieder in die Wohnung zurückkehren.
Das verfügbare Gesamteinkommen errechnet sich aus dem steuerlichen Einkommensbegriff. Dies bedeutet, dass der Überschuss der Einkünfte über die Werbungskosten sowie der Gewinn bei bestimmten Einkunftsarten addiert wird und davon bestimmte Pauschalen abgezogen werden können. Wichtig in diesem Zusammenhang sind vor allem die Pauschalen in Höhe von 6%, die jeder mindestens abziehen darf und die sich entweder auf 10, 20 oder sogar 30% erhöhen, je nachdem ob man Pflichtbeiträge für die Sozialversicherung und Steuern vom Einkommen zahlt.
Die Höhe der zuschussfähigen Miete errechnet sich vor allem aus dem Baujahr des Mietobjektes, der Mietstufe der Region und der im Haushalt lebenden Personen. Zur Miete dürfen die Wasserkosten, die Kosten für die Müllbeseitigung und die Kosten für die Treppenbeleuchtung zugeschlagen werden.


Neu seit 01.01.2005 ist, dass Empfängerinnen und Empfängern von

-  Leistungen des Arbeitslosengeldes II und des Sozialgeldes nach
   dem SGB II
-  Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach
   SGB XII
-  Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII
-  Leistungen der ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt oder anderen
   Hilfen nach dem Bundesversorgungsgesetz
-  Leistungen in besonderen Fällen und Grundleistungen nach dem
   Asylbewerberleistungsgesetz und
-  Leistungen nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch in Haushalten, zu
   denen ausschließlich Empfänger dieser Leistungen gehören
-  vom Wohngeld ausgeschlossen sind, wenn bei der Berechnung der
   vorstehenden Leistungen Kosten der Unterkunft berücksichtigt wurden.

Als Empfänger der Leistung gelten auch Personen, die bei der Ermittlung des Leistungsanspruchs berücksichtigt worden sind oder deren Leistung durch Sanktionen weggefallen ist. Alle übrigen (nicht vom Wohngeld ausgeschlossenen) Personen können das sogenannte allgemeine Wohngeld bekommen.

Die Antragsarten werden nach Miet- und Lastenzuschuss unterschieden. Antragsberechtigt für einen Mietzuschuss sind:

-  Mieter von Wohnraum (Wohnung oder Zimmer, egal ob Neu- oder Altbau)
-  Nutzungsberechtigte von Wohnraum mit einem dem Mietverhältnis
   ähnlichem Nutzungsverhältnis, insbesondere Inhaber eines mietähnlichen
   Dauerwohnrechts,
-  Inhaber einer Genossenschafts- oder einer Stiftswohnung
-  Bewohner eines Heimes,
-  Eigentümer eines Mehrfamilienhauses (drei oder mehr Wohnungen),
   eines Geschäftshauses oder eines Gewerbebetriebes, wenn sie in diesem
   Hause wohnen,
-  Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses, in dem sie wohnen, das
   jedoch auch Geschäftsräume in einem solchen Umfang enthält, dass es
   nicht mehr als Eigenheim angesehen werden kann,
-  Inhaber einer landwirtschaftlichen Vollerwerbstelle, deren Wohnteil
   nicht vom Wirtschaftsteil getrennt ist.

Antragsberechtigt für einen Lastenzuschuss sind:
-  Eigentümer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung
-  Eigentümer einer Kleinsiedlung,
-  Eigentümer einer landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstelle,
-  Eigentümer einer landwirtschaftlichen Vollerwerbsstelle, falls Wohn- und
   Wirtschaftsteil voneinander getrennt sind und für den Wohnteil eine
   Wohngeldlastenberechnung aufgestellt werden kann,
-  Inhaber eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts,
-  Erbbauberechtigte und diejenigen, die Anspruch auf Übereignung des
   Gebäudes oder der Wohnung beziehungsweise auf Übertragung oder
   Einräumung des Erbbaurechts haben.

Voraussetzung für den Lastenzuschuss ist, dass der Wohnrauminhaber den Wohnraum bewohnt und die Belastung dafür aufbring.

 

Besondere Ausschlusskriterien

Von der Zahlung des Wohngeldes grundsätzlich ausgeschlossen sind alle Personen, die staatliche Transferleistungen (beispielsweise ALG II oder BAföG) in Anspruch nehmen und die Personen, die in einer solchen Bedarfsgemeinschaft leben. Hier geht der Gesetzgeber davon aus, dass die entsprechenden Kosten der Unterkunft bereits bei den Transferleistungen ausreichend berücksichtigt werden.